Lieder
Klavier
juttarh02

Lieder

 

 

Künstler

Künstler wollen begreifen
lassen die Dinge für sich
alle Menschen mit Kunst im Griff
lassen die Natur im Stich

Kommt ein Mensch, mir ein Buch zu klauen
mag er’s vernichten und hopp
mir ist es piepe und ich weiß zu gut:
ich brauch es nicht dieses Buch

Schmeißt sie weg, streicht sie durch,
verbrennt sie und lacht euch doch schief!
Keifend ereifernd und dumme Statur
Lach doch du Dummkopf du Zwerg!

Oh die Menschen sprechen Matsch und
wissen kaum ihn zu betörn
oh die Menschen mögen morden
wie sie wolln so viel

ich bleibe stabil!

 

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Die Jungfrau

In dem Rumpf
der großen Sage
läuft ein Kind das ruft und
zeigt

kamen Elfen fünf zum Trinken
liefen weit ans Himmelstor

doch die Jungfrau ließ die Tür zu
schrie sich ein und sagte nur
nein

bis zum letzten Morgengrauen
bis zur Nacht
bis zur Nacht
in der Monde glühn wie Äpfel

die sich schmecken
die sich rollen
die sich sehn ...

In dem Rumpf des großen Tarzans
wusste Niemand wer das war
nur die Stimme hallte wider
in dem Ton von Fall zu Fall

Klagen Weiber am Boden die
Hände
lassen Pferde die Ohren am Zaun
werden Esel zu Tieren mit Hörnern
kamen Elfen fünf Stück im Kanal

zu dem Bach
nur ein »Ach«
und »Weh«
so die Jungfrau, die sagte:
nee nee.

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Traurigkeit

Wenn die Traurigkeit
umschlägt in Klagen
weiß ich auch nichts als Alles zu sagen
und die Bitterkeit so zu ertragen
dass sie nichts mehr kann außer zu fragen

nach dem Leid
mit der
Zeit
lern ich all das zu tragen
weiß ich gar nicht mehr viel zu erfragen

mit der Zeit
lern ich alles zu wissen
dessen Leid mir gehört
mich berührt.

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Poesie im Lied

Poesie im Lied zu bringen
lässt mich ringen mit dem Wort
kann ich besser wortlos singen
doch die Bilder tragen fort

was ich einst zusammentrug
immer neu zu mir heranzog
was ich immer neu geselle
zu dem alten Kram in mir

Will ich alles klingend bringen
mit dem Ton und Schall statt Rauch
kann ich gar nicht anders singen
als ich bin verzweigt – wie ein Strauch

was ich über Wurzeln einsog
was ich trank und schluckte
ließ mich wachsen und auch sterben
hassen, lieben, schneiden – Scherben

Will ich einfach ganz nur singen
will ich gar nichts damit bringen
bin ich einfach da nur so
bin ich sing ich – nichts –
sonst nichts.

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Weiber

Weiber können hassen
vor Neid auch mal erblassen
Frauen könn’ so weibisch sein
hysterisch grunzen wie ein Schwein
ich mein’ – ‘ne Sau – ...!

Kratzen sich die Zehennägel
reißen sich die Achselhaare
ätzen sich die Scham zu Schrott
schreien wiehernd hott hü hott

oh wie wahr
oh wie wahr
oh wie war das doch
mit dem netten Spruch
so gesagt und nicht so gemeint?

Weiber können hassen
vor Wut und Neid erblassen
Weiber wolln oft Frauen sein
wohlsituiert und nicht allein
ich mein’ – so, so, ...

Zetern, meckern, heul’n per Kopf
stellen Beine rotzen vor
spielen Rollen laufstegunreif
gackern geifernd feucht und platt

oh wie wahr
oh wie wahr
oh wie war das doch
mit der Andacht
der Emanzencrew doch nichts geschah

Weiber können prassen
vor Hass und Ekel beißen
Weiber wolln so hoch hinaus
mit Konkurrenz und Duckdichmaus
ich mein’ – so isses ...

Hetzen gegen schöne Mietzen
streben, petzen und verraten
stören Frieden, hübsche Frauen
die sich noch das Frausein trauen

oh wie widerlich
oh wie grauselig
oh wie kann ich Frau
das verabscheun
so geschieht mal endlich was
so passiert mal endlich was
wenn sie kommen, mir die Augen
auszukratzen –
hinten rum
ganz verbissen
nie allein
und so feige
so ganz klein
oh wie fein
oh wie –
nein!

Das eine Wort von mir dazu
einfach:
nein!

...

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Berühmtsein

Nein ich wollte nie groß raus
bin bescheiden, kleine Maus
sehe ungern große Stars
alle sind sie na, so ich weiß nicht

und wenn sie dann vor mir stehn
find ich sie zum Kotzen und
eingebildet arrogant
egal wie, egal wer

Nur ich bin so bescheiden toll
wunderbar nicht anzuschaun
trau mich nicht auf den Altar
träume nachts nur –
nein das werd ich nie erzähln ...

So meckern gerne Kümmerlinge
weil sie selbst zu feige sind
einfach einmal zu gestehn
ich will dass mich alle sehn

So Leute mag ich kaum
so Verlogenheiten ekeln mich
und selbst ein arroganter Star
ist schöner als ein Kümmerlicher
Träumer der nur lügt und niemals
zugibt:
ich will auch mal!

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Die Nerven

Die Nerven nerven nerven mich,
ich renne rum mit Bienenstich,
ich pieks mich hier und alles juckt,
der Strom in meinen Nerven zuckt!

Am Kopf ganz hinten zieht es stark,
dann vorne, und der Hals wird hart.
Ich winde mich und höre Krach,
schrei nur noch zaghaft: Ach –

Die Nerven nerven nerven mich ...

Die Arme schwingen hin und her,
die Schultermuskeln werden schwer.
Am Rücken reizen mich die Adern,
dort pocht das Blut, ohne zu zögern.

Die Nerven nerven nerven mich ...

An Fingern, Füßen schmerzt es mich,
ich sag mir: Sei nicht zimperlich!
Doch wenn ich glaub, ich hab’n Stich,
dann finde ich mich widerlich.

Die Nerven nerven nerven mich ...

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Leere Seiten

Leere Seiten
Blatt Papier
Farben thronen
alles Zier
Keck und schick schön eingepackt
drinnen moderts im Gekack
und’s stinkt.

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Umzug

Marmeladengläser eingepackt
die Denkerein im Kasten
das Immergestern wird zack zack
getilgt

Ich aß noch gestern blonden Wein
wie sollte es mal anders sein
als dass du meine Mitte bist
so ohne Gummitwist

Mensch, gutes Böses gibt es nicht
es ist ja alles bitterlich
wie’s schmeckt oh Gott
wenn’s danach geht
wär ich nur blöd so blöd

Ach, all die dummen Gaukelein
ich find, das sollte anders sein
das Überhier und bloß nicht jetzt
für mich isses nur ne Hatz und Hetz.

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© 2010 Jutta Riedel-Henck